IT-BUSINESS Titelstory: Warum KI im Kamerabestand beginnt, nicht im Katalog

Fachpresse · 24. August 2026 · IT-BUSINESS 15/2026, Titelstory Seite 10 bis 14

Die Fachzeitschrift IT-BUSINESS widmet ihre Titelstory in Ausgabe 15/2026 der Frage, wie aus vorhandenen Kameraanlagen nutzbare Daten werden. Auf fünf Seiten kommt Alexander Mompo, Mitbegründer von Jellyfish.services, mehrfach zu Wort. Das Freiburger IT-Systemhaus betreut fast ausschließlich Betreiber kritischer Infrastruktur und hat die KI-Nachrüstung bestehender Videotechnik zu seinem Kerngeschäft gemacht.

Nachrüsten statt neu kaufen

Ausriss aus IT-BUSINESS 15/2026: Alexander Mompo, Mitbegründer von Jellyfish.services, mit Zitat zur Netzwerksegmentierung von Kameras
Alexander Mompo, Mitbegründer von Jellyfish.services, in IT-BUSINESS 15/2026. Bild: Felix Groteloh

Der Ausgangspunkt ist unspektakulär und teuer zugleich: In sehr vielen Unternehmen hängen Kameras an der Wand, die aufzeichnen und sonst nichts. „Millionen installierter Kameras zeichnen nur auf, statt Erkenntnisse zu liefern“, wird Mompo in der Titelstory zitiert. Der Weg heraus führt nach seiner Darstellung nicht über den Austausch der Anlage, sondern über die Schicht darüber.

„Bestehende IP-Kameras bleiben nutzbar und werden über ONVIF angebunden. Computer Vision und KI-Videoanalyse laufen je nach Projekt auf Edge-KI-Einheiten, KI-fähigen Kameras oder zentralen Servern; die Intelligenz muss nicht in jeder Bestandskamera stecken.“

Alexander Mompo, Mitbegründer von Jellyfish.services, in IT-BUSINESS 15/2026

Eine einzelne neue KI-Kamera kann dem Bericht zufolge als Recheneinheit für bis zu drei Bestandsgeräte dienen. Die alten Kameras bleiben hängen und liefern plötzlich auswertbare Daten statt bloßer Aufzeichnungen. Wie weit der Bestand dabei trägt, entscheidet sich allerdings vor dem Angebot, nicht danach.

„Auflösung, Kameraposition und Licht entscheiden, welche Analysen der Bestand hergibt. Deshalb steht vor jedem Angebot eine Bestandsaufnahme, kein Katalogversprechen.“

Alexander Mompo in IT-BUSINESS 15/2026

Weil Jellyfish.services häufig Altanbieter ablöst, legt Mompo im Beitrag Wert darauf, dass VMS, Analyseschicht und Infrastruktur einzeln austauschbar bleiben. Das vermeidet den Lock-in, der Betreiber sonst über Jahre an eine Entscheidung bindet.

Die Kamera ist ein Computer im Firmennetz

Den deutlichsten Teil des Beitrags widmet Mompo einem Punkt, der in Ausschreibungen selten auftaucht. „In der Praxis werden Kameras oft wie unsichtbare Geräte behandelt: einmal montiert, ans Netz gehängt, vergessen“, sagt er dort. Genau das sei das Problem, denn: „Eine IP-Kamera ist ein kleiner Computer mit eigenem Betriebssystem, Netzwerkstack und Web-Interface.“ In vielen Beständen läuft dieser Computer mit alter Firmware, Standardpasswörtern und im selben Netz wie die Buchhaltung.

„Ein Angreifer, der eine solche Kamera übernimmt, steht damit nicht am Zaun, sondern mitten im Firmennetz.“

„Ungehärtete Kameras ohne saubere Netzwerksegmentierung sind ein Einfallstor ins Netz, kein Sicherheitsgewinn.“

Alexander Mompo, Mitbegründer von Jellyfish.services, in IT-BUSINESS 15/2026

Die Gegenmittel beschreibt der Beitrag als klassisches Systemhaus-Handwerk: eigene Netzsegmente für die Videotechnik, regelmäßige Updates, individuelle Zugangsdaten, Rechte nach Rolle und ein Monitoring, das Auffälligkeiten meldet. Genau dieses Handwerk ist der Grund, warum Videoprojekte bei Jellyfish.services in der IT-Abteilung landen und nicht im Facility Management.

DSGVO, AI Act und NIS-2: der Anwendungsfall entscheidet

Die Titelstory ordnet ein, dass das NIS2-Umsetzungsgesetz Anfang Dezember 2025 in Kraft getreten ist und Videotechnik als Netzwerkkomponente damit ins Risikomanagement gehört. Für die Einordnung nach AI Act formuliert Mompo eine einfache Regel.

„Der Anwendungsfall entscheidet über die Regulierungslast, nicht die Technik.“

Alexander Mompo in IT-BUSINESS 15/2026

Personen zählen, einen Zaun überwachen oder Gesichter verpixeln ist regulatorisch eine andere Welt als biometrische Gesichtserkennung. Der wirksamste Hebel ist deshalb, gar nicht erst zu erheben, was man nicht braucht: „Was gar nicht erst erhoben wird, muss niemand schützen, löschen oder beauskunften.“ Und für den Zeitpunkt der rechtlichen Prüfung hat Mompo im Beitrag die kürzest mögliche Antwort: „Wer Compliance erst nach der Installation prüft, baut zweimal.“

Am Ende entscheidet der Betrieb

Der Beitrag schließt bei Mompo nicht mit dem KI-Modell, sondern mit dem laufenden Betrieb.

„Eine gut betriebene Kameraanlage erhöht die Sicherheit. Eine schlecht betriebene senkt sie, ganz egal wie gut die KI-Auswertung dahinter ist.“

„Ein Systemhaus, das Videoanalyse, IT-Härtung und Compliance-Dokumentation aus einer Hand liefert, verkauft keine Kameras mehr, sondern Betriebssicherheit.“

Alexander Mompo, Mitbegründer von Jellyfish.services, in IT-BUSINESS 15/2026

Umgesetzt mit starken Partnern

Die Projekte hinter diesen Sätzen entstehen in einem Technologiestack, den wir bewusst offen halten. Als Premium Partner von Milestone Systems setzen wir auf ein VMS, das sich mit Bestandshardware verträgt und nicht gegen sie arbeitet. Die Analyseschicht kommt je nach Anwendungsfall von AICUDA, ergänzt um KI-fähige Kameratechnik von i-PRO, wo neue Hardware wirklich nötig ist. Für die Infrastruktur darunter arbeiten wir mit HPE. Die Auswahl trifft dabei immer der Anwendungsfall, nicht der Katalog: Weil VMS, Analyse und Infrastruktur einzeln austauschbar bleiben, bleibt der Betreiber entscheidungsfähig, auch in fünf Jahren.

Milestone Systems
AICUDA
i-PRO
HPE

Quelle

IT-BUSINESS, Ausgabe 15/2026, Titelstory „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, Seite 10 bis 14. Autor: Alexander Siegert. Verlag: Vogel IT-Medien GmbH, Augsburg. Erschienen am 24. August 2026 als E-Paper, Printausgabe ab 25. August 2026.

Alle als Zitat gekennzeichneten Sätze sind wörtliche Zitate aus diesem Beitrag und dienen der Auseinandersetzung mit dessen Inhalt. Die Rechte am Beitrag und an der Titelabbildung liegen beim Verlag. Der vollständige Beitrag ist in der Ausgabe nachzulesen, Kontakt zur Redaktion über [email protected].

Der Beitrag ist online bei IT-BUSINESS erschienen: it-business.de

Das Bildmaterial des Beitrags wird hier nicht wiedergegeben. Das gezeigte Porträt: Felix Groteloh.

Vor jedem Angebot steht eine Bestandsaufnahme

Wir schauen uns an, was Ihr Kamerabestand hergibt: Auflösung, Position, Licht, Netzstruktur und Rechtsgrundlage. Danach wissen Sie, welche Analysen realistisch sind, welche Kameras bleiben können und was der Datenschutzbeauftragte und der Betriebsrat dazu brauchen. Ohne Katalogversprechen.

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